Der Online Handel boomt. So profitieren auch Kleinunternehmen davon.

57% der österreichischen Bevölkerung haben 2013 im Internet Einzelhandelswaren eingekauft und dabei 5,9 Milliarden Euro ausgegeben*. Über die Hälfte davon fließt an Handelsbetriebe im Ausland. Heimische Kleinunternehmen haben oft keinen online Shop, weil diese zeitaufwändig und kostenintensiv sind. Dass der online Handel die lokalen Geschäfte ruiniert, weil die Menschen sich beraten lassen, aber online shoppen, ist eine Mär. Wahr ist, dass sich 53% der KonsumentInnen zuerst im Internet informieren und dann im Geschäft kaufen*. Das Potential für Kleinbetriebe liegt darin, den Online Shop als Vertriebsweg und zusätzliche Marketingmaßnahme zu sehen. Es geht darum, ausführliche Produkt-Informationen zu liefern, die Beratungskompetenz darzustellen und im Netz auffindbar zu sein.

Die KundInnen erwarten heute von überall und immer einkaufen zu können und die Artikel entweder abzuholen oder liefern zu lassen. Ein typischer Einkauf kann so aussehen: abends vor dem TV auf dem Tablet recherchieren, im Büro auf dem PC vergleichen und auf die Wunschliste legen, in der Mittagspause auf dem Smartphone bestellen und am Heimweg im Geschäft abholen und vor Ort bezahlen.

Die Möglichkeiten in den Online Handel einzusteigen sind vielfältig. Für kleinere Betriebe mit wenigen Artikeln ist es ratsam, den Verkauf über eine Shoppingplattform zu beginnen. Beispielsweise über Amazon, eBay oder einen Anzeigenshop auf willhaben.

Oder man mietet einen fix-fertigen Shop aus dem Baukasten, um Erfahrungen zu sammeln. Diese haben den Vorteil, dass man sich weder um die technische Entwicklung noch um die Zahlungsabwicklung kümmern muss. Bei rakuten ist z.B. eine Kundenhotline sowie eine Zahlungsgarantie inklusive. Dafür verlangen diese Plattformen Einrichtungsgebühren, monatliche Nutzungsgebühren und/oder verkaufsabhängige Gebühren.

Wer mit dem Ziel den Online Handel größer zu betreiben antritt, sollte in einen eigenen Online Shop investieren. Hier bieten sich Open Source Lösungen oder kommerzielle Software mit Schnittstellen zu Warenwirtschaftssystemen an (Magento, xt:Commerce, OXID,…). Die Vorteile: unabhängig von Plattform-Anbietern, flexibel und vor allem keine Nutzungs- und Verkaufsgebühren. Der zeitliche Aufwand, die Komplexität und die nötigen Investitionen sind dabei nicht zu unterschätzen.

Der Start in den Online Handel will gut überlegt sein, mit den eigenen Produkten und Dienstleistungen gar nicht im Netz erreichbar zu sein, kann sich auf Dauer kein Unternehmen leisten.

Links:
Amazon – http://services.amazon.de/programme/online-verkaufen/ein-europisches-konto.html
ebay – http://pages.ebay.at/verkaeuferportal/start.html
Rakuten – http://info.rakuten.at/infos/oesterreich
Dawanda – http://de.dawanda.com/cms/c/de/Verkauferportal
willhaben – www.willhaben.at/iad/contactsupportform/business?verticalId=5

* Quelle: Internet-Einzelhandel 2014, KMU Forschung Austria

Dieser Artikel von Anita Posch erscheint am 20.01.2015 im Leitfaden „Digitales Arbeiten“.

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